Fettwaage, Hand zu Hand-Gerät oder Bioelektrische Impedanz-Analyse (BIA)– wo liegen die Unterschiede?
Die Bioelektrische Impedanz- Analyse (BIA-Messung) hat sich zu einem weithin akzeptierten Verfahren für die Bestimmung der Körperzusammensetzung durchgesetzt. Während die BIA-Analyse als eine der zuverlässigsten Methoden anerkannt ist, zeigen die BIA-Geräte auf dem Markt große Abweichungen, deshalb ist die Wahl des Gerätes so wichtig.
Manchmal ist schwer zu verstehen, wo der reale Unterschied zwischen den Dutzend angebotenen BIA-Geräten besteht.
Der wohl auffälligste Unterscheid liegt im Anschaffungspreis, denn auf dem ersten Blick scheinen alle Geräte die gleichen Ergebnisse wie Fettmasse, Körperwasser, Fettfreie oder Magermasse, Muskelmasse, Grundumsatz etc. zu liefern.
6 wichtige Regeln, die Sie beim Kauf eines BIA-Gerätes beachten müssen:
1- Messmethode: Waage, Hand-Hand-Geräte oder Messung im Liegen?
Körperfett-Waagen sind gravierend auf dem Markt expandiert. Die Ergebnisse weichen jedoch bis zu 60% von der Standardmethode ab, da, wenn überhaupt, die Impedanz nur in den unteren Extremitäten gemessen wird. Ebenso die Hand-Hand-Messung, hier wird die Impedanz in den oberen Extremitäten gemessen.
Die wissenschaftlich validierte BIA-Messung kann nur in der liegenden, waagerechten Körperlage durchgeführt werden, um den Widerstand des gesamten Körpers zu erfassen und um eine homogene Verteilung der Körperflüssigkeiten zu erzielen.
2- Welche bioelektrische Impedanz-Analyse : Impedanz-Analysegerät, Multifrequenz oder phasensensitive BIA ? Impedanz(Z)-Analysegeräte messen die Impedanz Z sind jedoch nicht phasensensitiv, d.h. wichtige Parameter, wie Körperzellmasse, intra-und extrazelluläre Flüssigkeiten, Muskelmasse, die sich auf die kapazitive Teilkomponente Reaktanz (kapazitiver Widerstand) beziehen, können nicht ermittelt werden.
Die Multifrequenz-BIA arbeiten mit einem Wechselstrom (800µA) unterschiedlicher Frequenzen, da laut Hersteller sich die Volumen des ECW und TBW genauer ermitteln lassen als mit Monofrequenz. Studien und neueste Veröffentlichungen zur Multifrequenz-Impedanz zeigen, dass sich keine signifikanten Unterschiede finden. Die veröffentlichten Ergebnisse stehen vielfach im Widerspruch zu den elementaren Gesetzen der Physik und lassen vermuten, dass sie mehr von mathematischen Bearbeitungen abhängen als von den gemessenen Daten. Bei 50kHz Messfrequenz durchfließt der Messstrom sowohl die Körperzellen als auch den Extrazellulärraum, demzufolge nutzen die Berechnungsalgorithmen der Software von Multifrequenzgeräten meist die Messwerte, die bei 50kHz erhoben wurden.
3- BIA oder BIVA ?
- Die klassische BIA-Methode für die quantitative Bestimmung der Körperzusammensetzung nutzt die Messwerte Reaktanz, Resistanz und Phasenwinkel, die zusammen mit den anthropometrischen Daten des Probanden (Gewicht, Geschlecht, Alter und Körpergröße) in die Berechnungssoftware eingegeben werden. Die Formeln besitzen prädiktiven Charakter und werden durch mehr oder weniger komplizierte Formeln berechnet. Die Berechnung der Körperkompartimente bei normhydrierten Patienten ohne Hydratationsveränderungen ergeben konstante und voneinander getrennte Ergebnisse, die dem Kliniker die quantitative Beurteilung der verschiedenen Körperkompartimente erlaubt Einige der publizierten BIA-Berechnungsformeln werden von hunderten an exzellenten Validierungs-Studien gestützt. Für die Berechnung der Körperzusammensetzung wird in den Formeln eine konstante Hydratation der fettfreie Masse von 73 % vorausgesetzt. Menschen unterschiedlichen Alters haben jedoch unterschiedliche Hydratrationszustände, chronisch Kranke haben eine von der Norm abweichende Hydratation. Wird eine von der Norm abweichende Hydratation der fettfreien Masse nicht Rechnung getragen, stimmen alle daraus abgeleiteten Daten nicht.
- Der Biavector-Graph BIVA (Bio-Impedanz-Vector Analysis) erlaubt die direkte Bewertung der Mess-Ergebnisse, den Hydratations- und Ernährungszustand des Subjekts in jedem klinischen Zustand. Die Analyse erfolgt ohne die Kenntnis und Einbeziehung des Körpergewichts und ohne die Zuhilfenahme von Berechnungsformeln und schließt prinzipiell Fehlbeurteilungen aus. (insbesondere bei Flüssigkeitsveränderungen sowohl Dehydratation als auch Überwässerung)
4- Validierungs-Studien
Wie bei allen wissenschaftlichen Geräten, fordern Sie für das BIA-Gerät spezifische Validierung-Studien an. Begnügen Sie sich nicht mit allgemeinen Publikationen, die sich auf "BIA" im weitesten Sinn befassen und Messgeräte anderer Hersteller nutzen.
Je grösser die Zahl der Veröffentlichungen des Gerätes in Fachzeitschriften mit hohem Impact-Faktor, desto zuverlässiger ist die Anwendung im klinischen Bereich.
5- BIA - Herstellung.
Ob kleine oder große Investitionen, vertrauen Sie ausschließlich bekannten Herstellern:
es ist ihre Professionalität und die Gesundheit ihrer Patienten!
Qualifizierte Hersteller garantieren Service und Support mit entsprechendem Fachpersonal und gewährleisten stets aktualisierte Hard-und Software-Upgrades.
6- Einfache Bedienung
Bevorzugen Sie leicht zu transportierende Geräte mit grosser Akku-Autonomie. Überprüfen Sie, ob das Gerät mit einem Messkontrollsystem ausgestattet ist, um die Zuverlässigkeit der Messung zu gewährleisten. Kontrollieren Sie, ob validierte Protokolle, Techniken und Berechnungsformeln benutzt werden. Achten Sie auf den Lieferumfang: oft gilt der Verkaufspreis ohne Zubehör, d.h ohne Verpackungskoffer, Mess-Elektroden, seriellem Kabel, Patientenkabel ecc. und ohne Interpretations-Software!
Empfehlenswert ist ebenfalls eine BIA-Schulung, die Sie beim Kauf Ihres Gerätes erfragen sollten.


